Physio-Fortbildung im Zeichen von Qualität und Sicherheit

Die Therapiegruppen der SVMB sind für viele Betroffene ein zentraler Bestandteil im Umgang mit Morbus Bechterew – axSpA. Weniger sichtbar ist, wie viel Kompetenz, Vorbereitung und Qualitätsarbeit hinter diesen Angeboten steht. Der Weiterbildungstag an der Universitätsklinik Balgrist zeigte eindrücklich, wie die SVMB ihre Gruppenleitungen professionell unterstützt und kontinuierlich weiterbildet.
11. Februar 2026
Teilnehmende einer Physio-Fortbildung sind in einem Raum verteilt und spielen ein Spiel in Zweiergruppen.

SVMB-Therapiegruppen erfüllen hohe Anforderungen: Sie sollen sicher, wirksam und für unterschiedliche körperliche Voraussetzungen geeignet sein. Damit dies gelingt, setzt die SVMB seit Jahren auf regelmässige Fortbildungen. Der jüngste Weiterbildungstag war ein Beispiel dafür, wie breit das Kompetenzprofil der gruppenleitenden Physiotherapeutinnen und -therapeuten sein muss und wie sorgfältig die Inhalte ausgewählt werden. Die Veranstaltung richtete sich an alle Therapeutinnen und Therapeuten, die SVMB-Gruppen leiten, und fand an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich statt.

Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und chronische Erkrankungen

Der Tag begann mit einer Einführung von Dr. sc. Lea Ettlin in die wissenschaftlichen Hintergründe von Achtsamkeit und deren Bedeutung bei chronischen Erkrankungen, insbesondere Morbus Bechterew – axSpA. Dr. sc. Lea Ettlin ist Physiotherapeutin und Teil des Beratungsteams der SVMB, wo sie unter anderem die Physio-Coachings durchführt. Der Input zeigte, wie bewusst geführte Aufmerksamkeit, gezielte sanfte Übungen, Atmung und innere Ruhe therapeutische Prozesse unterstützen können – als zentraler Bestandteil der nicht-medikamentösen Behandlung.

Besonders relevant war die Frage, wie die Leiterinnen und Leiter solche Elemente in heterogene Bewegungsgruppen integrieren können, ohne zu über- oder unterfordern oder therapeutische Grenzen zu überschreiten. Die Teilnehmenden erhielten konkrete Beispiele, wie Körperwahrnehmung und Atemarbeit zu mehr Sicherheit und Selbstwirksamkeit beitragen können.

Ein Mann und eine Frau üben die Reanimation an einer Puppe.

Taiji und Qigong in der Praxis

Der anschliessende Praxisteil wurde von Dr. phil. Marko Nedeljković geleitet. Dr. phil. Marko Nedeljkovic übt seit über 20 Jahren Taiji und Qigong aus und ist anerkannter Taiji-Ausbildner und Qigong-Lehrer (SGQT). In ruhig geführten Sequenzen aus Taiji und Qigong lernten die Teilnehmenden, wie sich sanfte Bewegungsformen an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen anpassen lassen. Die Übungen fanden im Trockentraining statt und legten besonderen Wert auf Gleichgewicht, fliessende Bewegungen und die Verbindung zur Atmung. Viele Gruppenleitende nutzten die Gelegenheit, Varianten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu erproben, die sie später direkt in ihre eigenen Gruppentherapien einbauen können. Die Physiotherapeutinnen und -therapeuten waren sehr aktiv dabei, hatten Spass bei den Übungen und konnten Fragen direkt mit dem Experten klären.

Qualität bedeutet auch Sicherheit

Am Nachmittag stand ein Thema auf dem Programm, das oft unterschätzt wird: Sicherheit. Alle Teilnehmenden, die noch kein entsprechendes Zertifikat hatten, absolvierten einen vollständigen BLS-AED-Kurs, der mit einem schweizweit anerkannten SRC-Ausweis abschloss. Dass diese Schulung Bestandteil des Fortbildungstages war, unterstrich den hohen Anspruch der SVMB: Gruppenleitungen sollen nicht nur qualifiziert anleiten, sondern auch in kritischen Situationen richtig reagieren können. Der Weiterbildungstag im Balgrist machte deutlich, dass die SVMB die Qualität ihrer Gruppentherapien nicht dem Zufall überlässt.

Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 107 erschienen.