Allgemein
«Die Betroffenen sind die Experten»
20. August 2025Die Rheumatologin und stv. Chefärztin Dr. med. Gabriele Eglseer ist seit vielen Jahren Referentin beim SVMB-Wochenendseminar in den Kliniken Valens. Im Interview erklärt sie, weshalb das Angebot so wichtig ist und was sie jeweils besonders beeindruckt.
Interview: Lars Gubler
Frau Dr. Eglseer, was macht das Seminar in Valens so wertvoll für die Teilnehmenden?
Das Wochenendseminar für Betroffene mit Morbus Bechterew – axSpA gibt den Betroffenen und ihren Angehörigen die Gelegenheit, sich mit Ärztinnen und Therapeutinnen auszutauschen, sich Wissen anzueignen und ohne Zeitdruck Fragen zu stellen, die sie sich vielleicht bisher noch nie getraut haben zu stellen. Vermittelt werden die verschiedenen Therapieansätze zur Erkrankung. Dazu gehört insbesondere die Bewegungstherapie, die an diesem Wochenende mit praktischen Übungen gemeinsam erlebt werden kann, und die Wahl der richtigen Medikamente sowie der Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Daneben wird der Wissensvermittlung des individuell oft sehr unterschiedlichen Krankheitsbildes genügend Raum gegeben. Es ist kein Frontalunterricht, sondern ein interaktiver Austausch. Viele Fragen können direkt gestellt und beantwortet werden und Betroffene können von ihren eigenen Erfahrungen erzählen, mitteilen, was ihnen bisher geholfen hat und was ihnen wichtig ist. Davon profitieren auch die anderen Teilnehmenden sehr. Zudem finden die Wochenendseminare an einem so wunderschönen Ort wie Valens statt, wo das vermittelte Wissen eingebettet in eine grossartige Natur noch besser in Erinnerung bleibt. Es gibt auch genügend Zeit für Entspannung.
Wie erleben Sie den Austausch mit den Betroffenen im Rahmen des Seminars und welche Rückmeldungen erhalten Sie?
Es ist für mich als Rheumatologin in all den Jahren immer wieder sehr eindrücklich, wie offen die Betroffenen und ihre Angehörigen über ihre bisherigen oft jahrelangen Erfahrungen mit der Erkrankung erzählen. Es ist schön, zu sehen, wie schnell sie sich untereinander vernetzen und wie erleichtert sie sind, sich endlich verstanden zu fühlen. Die Rückmeldungen nach dem Seminar waren immer sehr positiv, sodass ich stets motiviert war, auch im nächsten Jahr wieder als Referentin dabei zu sein, um einen Teil der Wissensvermittlung zu leisten.
Wie sieht die Zusammenarbeit mit der SVMB aus?
Die Zusammenarbeit mit der SVMB ist über die vielen Jahre immer sehr herzlich. Dazu trägt insbesondere Beatrice Topalidis sehr viel bei. Sie organisiert die Wochenendseminare stets mit grosser Leidenschaft und Sorgfalt und geht sehr einfühlsam auf die Wünsche und Rückmeldungen der Betroffenen ein. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Welche Themen sind aus Ihrer Sicht aktuell besonders relevant für Menschen mit Morbus Bechterew – axSpA und wie spiegelt sich das im Seminarprogramm wider?
Besonders wichtig ist, dass die Betroffenen möglichst früh die richtige Diagnose erhalten und sich verstanden fühlen. Das vermeidet einen langen Leidensweg mit Ängsten und Unsicherheit sowohl der Betroffenen als auch ihrer Angehörigen. Es sollte nicht mehr vorkommen, dass Betroffene jahrelang auf die richtige Diagnose warten müssen. Wir haben heute sehr gute Therapieansätze. Je früher wir Morbus Bechterew – axSpA erkennen, desto besser können wir Einschränkungen sowie Begleiterkrankungen vermeiden. Im Seminar erhalten die Betroffenen ein Rüstzeug, worauf sie achten können, um der Erkrankung und den Begleiterkrankungen entgegenzuwirken und ihren Alltag mit möglichst wenigen Einschränkungen führen zu können. Auch ist eine gute Kommunikation zwischen den Betroffenen und den Behandlern oft matchentscheidend für einen optimalen Verlauf. Bleiben wir in Bewegung!
Vielen Dank für dieses Gespräch.
Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 105 erschienen.
SVMB-Wochenendseminar 2025 in Valens
Diagnose Morbus Bechterew – axSpA: Wissen, das bewegt
Am 4. und 5. Oktober 2025 lädt die SVMB wieder zum beliebten Wochenendseminar nach Valens ein – für neu Diagnostizierte ebenso wie für erfahrene Betroffene und ihre Angehörigen. Erfahren Sie mehr über Ihre Erkrankung, lernen Sie praxisnahe Strategien für den Alltag kennen und tauschen Sie sich in unterstützender Atmosphäre mit anderen aus. Themen sind u.a. Krankheitsverlauf, Behandlungsmöglichkeiten, Schmerzbewältigung und Bewegungstherapie. Ein Wochenende voller Wissen, Austausch und neuer Perspektiven – seien Sie dabei!
Infos & Anmeldung unter bechterew.ch/events
«Eine Ausbildung im Alter von 45 Jahren zu beginnen, ist keineswegs selbstverständlich»
14. August 2025Bshar Gebbory, du bist 47-jährig und absolvierst eine KV-Lehre bei der SVMB. Wie kam es dazu?
Ich habe einen eidgenössischen Lehrabschluss als Bäcker-Konditor und habe diesen Beruf mit grosser Leidenschaft während 25 Jahren ausgeübt. In den letzten Jahren durfte ich eine kleine Filiale leiten und habe dies mit grosser Freude getan. 2002 wurde bei mir Morbus Bechterew diagnostiziert. Ich habe mich immer viel bewegt und auch in einer Therapiegruppe der SVMB mitgemacht. Dies, kombiniert mit einer Biologika-Therapie hat mitgeholfen, dass die Entzündung lange Zeit in Schach gehalten werden konnte.
Trotz der sehr guten und engen ärztlichen Betreuung durch meinen Rheumatologen nahmen die Schmerzen in meinen Gelenken und an der Wirbelsäule im Laufe der Zeit stetig zu. Obwohl es heute in den Bäckereien viele Hilfsmittel und Maschinen gibt, wurde es zunehmend schwieriger, die Arbeit weiterzuführen.
Wie bist du vorgegangen?
Der Arbeitsalltag wurde für mich zunehmend belastend, und ich merkte, dass ich handeln musste. Auf Anraten meines Rheumatologen nahm ich Kontakt mit der SVMB auf. In den darauffolgenden Gesprächen wurden verschiedene Möglichkeiten erörtert. Gemeinsam entschieden wir uns, eine Früherfassung bei der Invalidenversicherung einzureichen. Im Anschluss wurde ich zu weiteren Gesprächen und Abklärungen eingeladen, bei denen alle Optionen ausführlich besprochen wurden.
Gab es Schwierigkeiten bei diesem Prozess?
Von der Anmeldung zur Früherfassung bis zum Entscheid, dass ich eine geeignete Umschulung absolvieren darf, vergingen mehrere Monate. Während dieser Zeit wurde ich von der SVMB eng begleitet und unterstützt, insbesondere in der Zusammenarbeit mit der Invalidenversicherung und den nötigen Abklärungen. Nach dem positiven Entscheid war mein Ziel, eine kaufmännische Ausbildung zu beginnen. Die grösste Herausforderung bestand jedoch darin, mit 45 Jahren eine passende Lehrstelle zu finden. Da mich die SVMB weiterhin beratend unterstützte und sich bald abzeichnete, dass sich keine reguläre Stelle finden würde, schuf sie im Sommer 2023 kurzerhand einen zusätzlichen Lehrstellenplatz. Für diese Chance bin ich unendlich dankbar.
Wie erlebst du deine Umschulung?
Eine Ausbildung im Alter von 45 Jahren zu beginnen, ist keineswegs selbstverständlich. Seit meinem Lehrabschluss als Bäcker hatte ich zwar hin und wieder an Weiterbildungen teilgenommen, aber ich war schon lange nicht mehr richtig in der Schule gewesen. Die kaufmännische Ausbildung stellte mich vor neue Herausforderungen: Viele Fächer waren mir völlig neu, und insbesondere in Französisch und Englisch musste ich grössere Lücken aufholen.
Trotz dieser Unsicherheiten habe ich mich Schritt für Schritt in die neue Materie eingearbeitet – und das wäre ohne die grosse Unterstützung meiner Familie, insbesondere meiner Frau, kaum möglich gewesen. Sie hat mir den Rücken freigehalten, Mut gemacht und mir geholfen, diesen Weg überhaupt gehen zu können. Heute bin ich gut in meinem neuen Beruf angekommen und blicke der Lehrabschlussprüfung im kommenden Sommer mit Zuversicht entgegen.
Vielen Dank für dieses Gespräch.

Bshar Gebbory (47), Lernender Kaufmann bei der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew
Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 105 erschienen.
Tag der offenen Tür
13. Mai 2025Freitag, 26. September bis Samstag, 27. September 2025

Lernen Sie diese und weitere Menschen hinter der SVMB kennen!
Bei uns hat sich seit Januar 2025 einiges getan: Unser langjähriger Geschäftsführer René Bräm hat den Stab an Simon Grosswiler übergeben – und mit ihm ist frischer Wind eingezogen. Auch unser Team hat Zuwachs bekommen: neue Gesichter, neue Ideen und viel Motivation, gemeinsam etwas zu bewegen.
Das möchten wir gerne mit Ihnen teilen! Kommen Sie vorbei, lernen Sie uns (neu) kennen, tauschen Sie sich mit uns aus und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen.
Wir laden Sie herzlich ein zu unserem Tag der offenen Tür am 26. & 27. September 2025. Für Begegnungen, gute Gespräche und natürlich auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt.
Datum und Zeit
Freitag, 26. September bis Samstag, 27. September 2025
Freitag von 14:00 – 19:00 Uhr, Samstag von 10:00 – 17:00 Uhr
Programm
Freitag, 26. September 2025
| 14:00 – 19:00 Uhr | Austausch und Apéro mit den Mitarbeitenden der SVMB |
| 16:00 – 18:00 Uhr | Ausstrahlung des Films Spondyfight in französischer Sprache mit englischen Untertiteln Ein Film von einem Betroffenen |
| 16:00 – 18:00 Uhr | Angeleitete körperliche Aktivitäten (z.B. Physio-Übungen, Parkour) |
| 14:00 – 19:00 Uhr | Möglichkeit für Inputs und Anregungen |
| 14:00 – 19:00 Uhr | Vorstellung Prototyp der rheumaFIT-App |
Programm
Samstag, 27. September 2025
| 10:00 – 17:00 Uhr | Austausch und Apéro mit den Mitarbeitenden der SVMB |
| 14:00 – 15:00 Uhr | Ausstrahlung des Films Spondyfight in französischer Sprache mit englischen Untertiteln Ein Film von einem Betroffenen |
| 15:00 – 17:00 Uhr | Angeleitete körperliche Aktivitäten (z.B. Physio-Übungen, Parkour) |
| 10:00 – 17:00 Uhr | Möglichkeit für Inputs und Anregungen |
| 13:00 – 17:00 Uhr | Vorstellung Prototyp der rheumaFIT App |
| 15:00 – 17:00 Uhr | Möglichkeit zur Aufnahme von Fotos, Podcasts und Videos |
| 11:00 – 12:00 Uhr | Referate von Mitarbeitenden der SVMB |
Ort und Anreise
Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew
Leutschenbachstrasse 45
8050 Zürich
Anreise mit dem Auto:
Es hat öffentliche Parkhäuser in der Nähe der SVMB. Beispielsweise das Parkhaus der Messe.
Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
Die SVMB ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Zürich Oerlikon Bahnhof aus leicht erreichbar.
Ab Zürich Oerlikon: Tram 11 – Richtung Zürich Auzelg oder Tram 10 – Richtung Zürich Flughafen, bis Haltestelle Zürich Oerlikerhus.
Das Team der SVMB freut sich auf Dich!
Um diese beiden Tage optimal zu planen, bitten wir Sie das Anmeldeformular auszufüllen. Sie müssen uns nicht die Zeit verraten aber gerne den Tag, an dem Sie uns besuchen werden.
Kommen Sie…
- alleine
- mit 1 Begleitperson
- mit 2 Begleitpersonen
1. TeilnehmerIn (A) *VornameNachnameAdresse *PLZ *Ort *Telefon *E-Mail Adresse *Geburtsjahr *
Buchung TeilnehmerIn A
- Ich willige ein, dass meine angegebenen Kontaktdaten gespeichert und verwendet werden, um mit mir schriftlich, telefonisch oder per E-Mail in Kontakt zu treten. Ich kann meine Einwilligung jederzeit widerrufen. Die Nutzungsbedingungen sowie die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.
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Zwei Betroffene – (V2)
29. April 2024Mit einer Spende oder einer Mitgliedschaft unterstützen Sie Projekte, Anlässe und Therapiegruppen sowie die Forschung zugunsten von Bechterew-Betroffenen.
Wie Ihre Spende hilft
Die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew (SVMB) ist eine ZEWO-zertifizierte Non-Profit-Organisation. Sie setzt sich seit 1978 für Betroffene von Morbus Bechterew und ihre Angehörigen ein. Dank Ihrer Spende können vielfältige Dienstleistungen erbracht und Bechterew-Betroffene im Umgang mit der Krankheit unterstützt werden. Ausserdem ermöglichen Sie damit, die Öffentlichkeit über die Krankheit zu informieren und somit die Diagnoseverzögerung zu verringern. Zudem ermöglicht Ihre Spende, die Bechterew-Forschung zu fördern.
Trauerspenden und Legate
Immer mehr Menschen wünschen, dass bei ihrem Tod einer gemeinnützigen Organisation gedenkt wird. Auch über die Regelung der Finanzen über den Tod hinaus machen sich viele Menschen frühzeitig Gedanken. Mit Trauerspenden oder einem Legat zugunsten der SVMB unterstützen Sie gezielt Projekte im Bereich Gesundheitsförderung und Forschung.
Bankverbindung der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew
PostFinance AG
IBAN CH22 0900 0000 8006 3687 7
Leutschenbachstrasse 45
8050 Zürich
Bei Fragen steht Ihnen die Geschäftsstelle der SVMB unter Telefon +41 44 272 78 66 oder E-Mail mail@bechterew.ch gerne zur Verfügung.
Die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew setzt sich seit über 40 Jahren für Betroffene von Morbus Bechterew ein.
Test Register Form mit Ausland Box (gehört nicht mehr zur Spendenseite)
Werden Sie zum Bechterew-Experten
21. Februar 2024Der Bechterew erfordert von den Betroffenen ein hohes Mass an aktiver Mitwirkung, um mit der Krankheit besser umgehen zu können. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein solides Wissen über den Bechterew und dessen Behandlungsmöglichkeiten. Die SVMB bietet ihren Mitgliedern deshalb Patientenseminare an. Das eintägige Seminar beinhaltet medizinische Aspekte zu Diagnose, Krankheitsbild, Behandlungsmöglichkeiten sowie physiotherapeutische Aspekte zum Verhalten im Alltag und zur Bewegungstherapie. Das Seminarprogramm mit Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter bechterew. ch/events oder Sie können es bei der Geschäftsstelle anfordern (044 272 78 66). Die Teilnahme ist für SVMB-Mitglieder kostenlos (exkl. Lunch und Getränke), Nichtmitglieder bezahlen CHF 100.00 (exkl. Lunch und Getränke). Anmeldeschluss ist der 29.2.2024 (Anfragen auch später möglich).
Samstag, 16. März 2024, 9.30 bis 17.00 Uhr, SVMB-Geschäftsstelle, Leutschenbachstrasse 45, 8050 Zürich
Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 99 erschienen.
«Trainingslog» als Webapp installieren
12. Juli 2023Sie möchten das Trainingstagebuch «Trainingslog» auf Ihrem Smartphone oder Tablet immer griffbereit haben? Das geht ganz einfach mit der Webapp, welche auf Ihrem Startbildschirm verknüpft werden kann. Folgen Sie einfach diesen Schritten:
Für Android und Tablets
- Besuchen Sie die Website www.log.rheumafit.ch mit einem Android-Smartphone oder Tablet.
- Tippen Sie auf das Dreipunkt-Menü oben rechts und wählen Sie «App installieren».
- Tippen Sie auf «Installieren».
- Das Trainingslog-Icon erscheint nun auf Ihrem Startbildschirm und kann jederzeit geöffnet werden.

Für iPhones und iPads
- Besuchen Sie die Website www.log.rheumafit.ch mit einem iPhone oder iPad
- Tippen Sie auf das «Weiterleiten-Icon» unten und wählen Sie «Zum Home-Bildschirm».
- Tippen Sie auf «Hinzufügen».
- Das Trainingslog-Icon erscheint nun auf Ihrem Startbildschirm und kann jederzeit geöffnet werden.

Weitere Informationen zum «Trainingslog»
«Durch Taiji wird man geschmeidiger»
28. Oktober 2021Herr Staub, was hat Sie dazu bewogen, mit Taiji zu beginnen?
Meine erste Erfahrung mit Taiji machte ich anlässlich einer Veranstaltung der Bechterew-Vereinigung in Bad Zurzach zum Thema «Traditionelle Chinesische Medizin» (TCM). Ein Physiotherapeut führte uns in die «Fünf Elemente», eine leichte, spielerische Form des Taiji, ein. Daraufhin schloss ich mich einer Taiji-Schule in Zürich an, wo ich seither einmal pro Woche in einer Gruppe Taiji und Qigong praktiziere. Davor machte ich Bechterew-Gymnastik und Sport. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mit Taiji zu beginnen.
Empfehlen Sie interessierten Betroffenen, am Anfang einen Kurs zu besuchen?
Ja. Denn ich denke, es ist schwierig, Taiji allein zu lernen. Es ist ein völlig anderes Bewegungsprinzip, es dauert längere Zeit, sich daran zu gewöhnen. Es braucht viel Geduld, Durchhaltermögen und Sturheit, bis man die Übungen selbstständig durchführen kann. Bis heute besuche ich jede Woche einen Kurs und übe zusätzlich drei- bis viermal pro Woche zu Hause.
Weshalb sind Sie drangeblieben?
Taiji ist eine komplexe Bewegungspraxis, die man nur erlernen kann, wenn man über viele Jahre regelmässig übt. Fürs Durchhalten wird man allerdings reich belohnt. Ich kann nach mittlerweile 24 Jahren Taiji-Praxis immer noch dazulernen, was mir als Lernfreudiger Spass macht. Man lernt einen Bewegungsablauf, eine sogenannte Form, die man nach einigen Jahren recht gut beherrscht. Dann kann man sich verstärkt der inneren Wahrnehmung zuwenden und schliesslich die Bewegungen mental initiieren und steuern. Die lockere, entspannte und aufrechte Bewegung, die man im Taiji anstrebt, ist sehr wohltuend.
Welche Wirkungen hat das bei Ihnen auf den Bechterew? Und was sollten Bechterew-Betroffene beachten?
Viele Bechterew-Betroffene machen die Erfahrung, dass sie sich wie in einem Panzer eingesperrt fühlen. Taiji kann ein Weg sein, wieder geschmeidiger zu werden und diese Wohlfühlqualität zu finden. Allerdings können nicht alle, die das möchten, diesen Weg gehen. Wer schon stark versteift ist, kann allenfalls einfachere Qigong-Übungen bewältigen. Wer noch gut beweglich ist und die Schmerzen unter Kontrolle hat, kann einen Versuch wagen. Jeder und jede merkt dann bald, ob Taiji so viel Spass macht, dass sich ein langjähriger Einsatz lohnt. Regelmässiges Üben zusätzlich zur Gruppenstunde ist notwendig und darum braucht man genügend Platz in der Wohnung oder Zugang zu einem Übungsraum. Man kann natürlich auch draussen üben.
Können Sie auch bei Schmerzen üben?
Bei starken Schmerzen zu üben, halte ich nicht für eine gute Idee. Bei mir sind allerdings die Schmerzattacken, vielleicht nicht zuletzt wegen meiner Taiji-Praxis, seltener geworden.
Vielen Dank für dieses Gespräch.

Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 90/November 2021 erschienen.
Online-Kurs: Woche 12
5. Juli 2021Willkommen beim Online-Kurs der SVMB!
Hier finden Sie wöchentliche Trainingsvideos, die Ihre Kraft, Koordination und Beweglichkeit gezielt fördern. Jede Woche wird jeweils montags, 09:00 Uhr, ein neues Trainingsvideo aufgeschaltet. Die Videos stehen während einer Woche zur Verfügung und dauern jeweils 30 Minuten. Die Lektionen bauen serienmässig aufeinander auf und ergänzen optimal Ihre weiteren Bewegungsaktivitäten.
Die SVMB freut sich über eine rege Teilnahme.
Einloggen und Online-Kurs starten

Melden Sie sich bei Fragen bei der Geschäftsstelle.
Online-Kurs – Wöchentliches Training
Zuletzt aktualisiert am 7. Juli 2021
Als ideale Ergänzung zu den Gruppentherapien können Sie digital auf die Übungsvideos von Rheumafit.ch und den Online-Kurs zugreifen.
Inhalte des Online-Kurses
- Visuell und akustisch angeleitete Übungen durch Physiotherapeut
- Dauer Trainingseinheit: ca. 30 Minuten
- Themenbereiche: Beweglichkeit, Kraft und Koordination. Pro Video werden verschiedene Schwerpunkte gesetzt.
- Wöchentlich wird ein neues Video aufgeschaltet, welches jeweils eine Woche verfügbar ist.
- Sprache: Deutsch
- Verfügbar über die bechterew.ch-Webseite (Mitgliederbereich)
Online-Kurs: Woche 13
21. Juni 2021Willkommen beim Online-Kurs der SVMB!
Hier finden Sie wöchentliche Trainingsvideos, die Ihre Kraft, Koordination und Beweglichkeit gezielt fördern. Jede Woche wird jeweils montags, 09:00 Uhr, ein neues Trainingsvideo aufgeschaltet. Die Videos stehen während einer Woche zur Verfügung und dauern jeweils 30 Minuten. Die Lektionen bauen serienmässig aufeinander auf und ergänzen optimal Ihre weiteren Bewegungsaktivitäten.
Die SVMB freut sich über eine rege Teilnahme.
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